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Update: Von Ärztemarathons und dem Leben neben der Therapie

Es liegt eine ereignisreiche Woche hinter mir. Zusätzlich zu Ärztemarathons, Tabletten und Papierkram gibt es auch noch ein Leben neben der Therapie. Heute möchte ich mal wieder ein Update geben, wie es bei mir gerade so aussieht.

Ärztemarathon

Letzte Woche Montag war mal wieder Ärzte-Marathon angesagt:

Onkologie

Zunächst war ich beim Onkologen. Er wollte mich nochmal sehen, nachdem ich nun seit ca. 1,5 Wochen die neuen Tabletten nehme. Zunächst mal wurde ein Blutbild gemacht – das war aber laut Aussage des Arztes in Ordnung. Nur der Hämoglobin-Wert ist wohl etwas unter der Norm, aber das war er bei mir schon immer irgendwie.

Was die Nebenwirkungen angeht, so kann ich mich bisher nicht beklagen. Der groß angekündigte Durchfall ist bisher ausgefallen – Gott sei Dank! Ich muss aber zugeben, dass ich seit ich diese Tabletten nehme auch nicht unter Verstopfung leide, falls ihr versteht, was ich meine 😂 Insgesamt hab ich auch nicht mehr so große Lust, viel zu essen. Zählt das schon zu Appetitlosigkeit? Keine Ahnung 😕 Es ist ja auch nicht so, dass ich gar nichts mehr esse – nur die Portionen werden halt kleiner. Alkohol vertrage ich derzeit tatsächlich überhaupt nicht mehr! Kürzlich habe ich an einem Aperól Spritz nur genippt und es stieg mir sofort zu Kopfe. Seitdem greife ich lieber zu alkoholfreiem Bier.

Der Doc sagte mir, dass solche Nebenwirkungen wie Durchfall eher am Beginn der Einnahme des Medikaments auftreten und man dann ggf. mit der Dosierung nachjustieren kann. Die Blutbildveränderung erfolgt wiederum eher schleichend über die Zeit. Na dann – bin ich mal gespannt.

Gynäkologie

Weil es sich anbot, habe ich nach der Onkologie noch meine Frauenärztin ein Stockwerk tiefer besucht. Sie hat mir nämlich eine Monatsspritze verschoben, um die Hormone möglichst auf einem geringen Level zu halten. Eigentlich wollte ich nur fragen, wann wir damit starten und hatte die Spritze, die ich von der Apotheke schon erhalten hatte, sicherheitshalber dabei. Aus dem „mal Nachfragen“ wurde dann ein „Setzen Sie sich mal ins Wartezimmer – die Kollegin macht das gleich.“. Zack – hatte ich also gleich mal die Spritze im Arm. Es tat auch gar nicht weh. Auch hier darf man sie den Beipackzettel mit den Nebenwirkungen besser nicht durchlesen. Bisher kann ich auch noch nichts Außergewöhnliches feststellen.

Reha

Ich habe jetzt mein Ticket für die Reha beantragt – dazu muss man ein Formular an die Deutsche Bahn schicken. Seitdem warte ich auf Rückantwort mit dem Ticket und dem Termin, an dem sie einen Teil meines Gepäcks abholen. Das ist nämlich auch inklusive.

Außerdem habe ich nun den detaillierten Fragebogen für die Reha-Klinik ausgefüllt – da muss man nochmal ganz schon tief wühlen – zur Krankengeschichte, aber auch zu der Frage, wie die Arbeit vorher gestaltet war und was genau ich für Erwartungen an die Reha habe. Das mit der Arbeit ist wichtig, um auf den Wiedereinstieg hinzuarbeiten. Bestimmt habe ich ganz viele Details vergessen, aber dafür gibt es vor Ort hoffentlich nochmal ein ausführliches Aufnahmegespräch.

Das Leben neben der Therapie

Zwischen Tabletten, Arztbesuchen und Papierkram findet tatsächlich auch ganz ganz viel Leben neben der Therapie statt:

Alles Theater

Die Woche stand ganz im Zeichen der Aufführungen unserer Theatergruppe hier im Ort. Als im Frühjahr die Proben für das neue Stück begannen, habe ich es noch nicht gewagt, eine Rolle anzunehmen. Damals war ich mitten drin in der Chemotherapie und konnte nicht im Geringsten absehen, wie es mir wohl ergehen wird bis zum Herbst. Im Hintergrund habe ich trotzdem unterstützt – z.B. beim Organisieren von Requisiten oder bei der Pflege des Social Media Auftritts der Gruppe. Im Spätsommer habe ich dann doch noch klitzekleine Rolle bekommen – als Straßenkehrer. Text musste ich dafür nicht lernen, aber ich bin dankbar, dass ich Teil dieses tollen Ensembles sein zu dürfen, bei dem auch mein Sohn eine Rolle als Matrose gespielt hat.

Außerdem durfte ich die Gruppe in der Maske unterstützen – da hat sich mein Schminkkurs im Frühjahr doch tatsächlich ausgezahlt 😎. Auch einiges von den Kosmetika, die ich damals erhalten hatte, konnte ich hier wieder einsetzen.

Beinahe hätte es mit meinem Auftritt nicht geklappt, weil sich die Aufführungstermine mit meinen geplanten Reha-Terminen überschnitten hätten. Wenn es nach mir gegangen wäre, dann wäre ich nämlich jetzt bereits dort. Aber so hat es was Gutes, dass ich erst im Dezember damit starte.

Vereine

Wer mich kennt, der weiß, dass ich in verschiedensten Vereinen irgendwie aktiv bin. Derzeit bin ich dabei, das ein bisschen aufzuräumen – im Sinne des Selbstschutzes. In der letzten Woche gab es bei einem Verein eine Vorstandswahl und der Posten als Vorsitzende hätte mich wirklich gereizt, aber ich habe mich brav zurückgehalten. Das ist mir wirklich nicht leicht gefallen, aber ich weiß inzwischen, dass ich besser auf mich aufpassen muss und nicht bei jedem Posten „Hier!“ schreien sollte.

Ich-Zeit

Immer wieder schaffe ich es, mir Inseln für meine ganz persönliche Ich-Zeit zu kreieren. Das ist dann ein Spaziergang, bei dem ich meistens auch – für mich interessante – Fotomotive entdecke oder ein Besuch im Yoga-Studio oder einfach nur ein entspannter Kaffee oder Tee auf dem Sofa.

Laufen war in der letzten Woche irgendwie nicht drin, weil ich super stark erkältet war. Aber auch das kommt ganz bestimmt bald wieder.

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